Wildbienen retten: 5 Dinge, die jeder machen kann!

Das Thema Insektensterben ist – Gott sei Dank – mittlerweile in aller Munde! So langsam begreifen auch die letzten (außer natürlich den unbelehrbaren), dass Klimawandel und Artensterben reale und existenzielle Bedrohungen für unseren gesamten Planeten sind. Wenn wir ehrlich sind gibt es kaum ein Thema das wirklich wichtiger ist als die Rettung unserer Existenzgrundlage!

Aber wo fängt man an? Kann man wirklich etwas bewegen? Sind wir alle nicht nur kleine Lichter? Vielleicht. Aber wir sind viele kleine Lichter und zusammen können wir eine ziemliche Strahlkrafft entwickeln! Deshalb finde ich, dass jeder nicht nur etwas tun kann, sondern sogar etwas tun sollte. Und wenn es nur etwas Kleines ist dann ist das immer noch mehr als nichts! Als Beispiel habe ich mir jetzt einfach mal wieder mein Lieblingsthema die Wildbienen ausgesucht

5 Dinge, die du tun kannst um Wildbienen zu helfen

  1. Insektenfreundliche Pflanzen: Ja, das ist vielleicht das einfachste und trotzdem wichtigste: Wildbienen und andere Insekten benötigen Futter. Und ich glaube fast jeder von uns kann irgendwie irgendwo sogenannte Trachtpflanzen für Wildbienen bereit stellen. Diese sind IMMER ungefüllt (also keine Rosen) und so aufgebaut, dass Insekten leicht an Pollen und Nektar kommen können (also keine Geranien). Heimische Blumen und Stauden sind super (z.B. Malven oder Glockenblumen). Oder du lässt Kräuter blühen (z.B. Oregano oder Schnittlauch). Und wenn es nur ein Balkon ist oder auch nur eine Fensterbank mit einem einzigen Blumenkasten: Wenn jeder mit macht dann sind das sehr viele Balkone und sehr viele Fensterbänke!
  2. Biete Nisthilfen an: Wenn du nicht gerade im 27. Stock wohnst kannst du eine Nisthilfe in Form eines Insektenhotels bereitstellen. Wenn du dir dein Insektenhotel selbst bauen willst, dann achte darauf, dass du die schlimmsten Fehler vermeidest. Ansonsten gibt es auch einige sinnvolle die man kaufen kann. Da die meisten jedoch wirklich richtig schlecht sind möchte ich dir hier eine kleine Auswahl zeigen, die funktioniert und besiedelt wird sofern sie an einem geeigneten Standort (süd-östliche oder südliche Ausrichtung mit viel Sonne am Morgen) aufgestellt wird
  3. Lebensräume anbieten: Von den über 550 in Deutschland vorkommenden Wildbienen leben allerdings die wenigsten in Unterschlüpfen, wie sie eine Nisthilfe anbietet. Viele Wildbienen leben im Boden oder im Sand an Steilhängen. Wenn du also einen Garten hast oder einen anderen Flecken Erde dann decke ihn nicht ab, nicht mulchen, bau keinen Kiesgarten. Lass mal etwas Erde durchschauen oder lass mal einen Reisighaufen liegen. Hier findet sich Leben ein, das ist Natur. Abgeschnittene oder abgebrochene Brombeerstengel können beispielsweise von marknagenden Wildbienen besiedelt werden und bieten so Platz für eine neue Generation. Wenn du sie jedoch „aufräumst“ nimmst du diesen Platz weg
  4. Nicht spritzen: Auch dies geht an die Gartenbesitzer: keine Pestizide, Herbizide oder sonstige Gifte verwenden. Alles was tötet tötet. Und zwar meistens nicht nur das, was es töten soll, sondern noch jede Menge mehr. Klar sind Blattläuse vielleicht lästig. Aber wenn du eine Nisthilfe anbietest und etwas Gedult hast kannst du schon bald dabei zuschauen, wie sich z.B. Grabwespen (keine Sorge: die stechen nicht!) ansiedeln und deine Blattläuse Stück für Stück „ernten“ und als lebendigen Vorrat für ihre Brut verwenden. Die Natur hilft sich selbst und balanciert sich selbst aus. Für jeden Spieler gibt es einen Gegenspieler. Deshalb sollten wir auch nicht eingreifen, weil wir sonst genau diese Balance aus dem Gleichgewicht bringen.
  5. Bio kaufen: Sind wir ehrlich: Die meisten von uns haben keinen eigenen Garten, um eigenes Gemüse anzubauen. Was du dann jedoch tun kannst und unbedingt tun solltest: Geh in den Bio Supermarkt oder unterstütze den Kleinbauern um die Ecke den du selbst und persönlich kennst und der nicht alle zwei Wochen drei Tankladungen Gülle auf seine Felder kippt. Wirf auf keinen Fall den Großbauern das Geld hinterher. Ja, Bio ist vielleicht etwas teurer, aber dafür können die Menschen – denn es sind MENSCHEN – die diese Lebensmittel produzieren von ihrer Arbeit leben. Und nicht nur das: Diese Menschen achten darauf, dass wir auch morgen noch einen bewohnbaren Planeten haben, der nicht wahlweise im Dünger, im Gift oder im Meer versinkt.


Du siehst also: Es geht! Und wenn du vielleicht nur einen dieser Punkte umsetzt dann hast du schon etwas gutes getan. Und vielleicht nächste Woche oder nächstes Jahr kommt ein weiterer Punkt dazu. Nur müssen wir anfangen. Wir alle. Je mehr, umso besser!

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