Vögel füttern: So einfach und so effektiv

Manche Dinge sind so leicht und bringen doch so viel. Wie zum Beispiel Vögel zu füttern. Das kann man das ganze Jahr über machen, aber besonders im Winter sind viele Vögel, die nicht nach Süden wandern, dankbar für zusätzliches Futter. Und wie gesagt: es ist wirklich kein Hexenwerk der Natur hier unter die Arme zu greifen. Man braucht nicht viel. Ich habe lediglich Meisenknödel und ein Futtersilo mit passendem Futter. Das war´s. Und trotzdem hilft dieser kleine Beitrag schon immens.

Video: So füttere ich Vögel auf meinem Balkon



Wie kann ich Vögel am besten füttern?

Vögel zu füttern ist keine Zauberei: Meisenknödel beispielsweise kann man im Netz kaufen. Diese Netze kann man überall hinhängen. Auf den Balkon, in den Baum oder Busch. Wichtig ist, dass sie für Vögel gut, aber für Katzen auf keinen Fall zu erreichen sind. Und auch vor Regen sollte man Meisenknödel schützen. Für Bäume beispielsweise gibt es einen speziellen Katzenschutzgürtel (z.B. hier bei Amazon) damit diese die Vögel beim fressen nicht erwischen.

Auch eine Vogelfuttersäule (z.B. hier beim Amazon) ist sehr effektiv. Bei einer guten Säule wird das Futter trocken gehalten und unsere geflügelten Freunde können jederzeit zum fressen vorbei kommen. Großer Vorteil gegenüber einem Vogelhäuschen ist, dass die Vögel nicht in ihrem Futter herumlaufen können und dieses auch nicht durch Ausscheidungen verunreinigt werden kann. So wird die Verbreitung von Krankheiten unterbunden. Eine gute Futtersäule ist stabil, wasserdicht und kann so zerlegt werden, dass sie komplett gereinigt werden kann. Ich bin mit meiner Futtersäule sehr zufrieden. Sie ist wertig gearbeitet, ich kann sogar die Sitzstangen entfernen und somit alles regelmäßig reinigen. Auch der Preis von unter 15€ ist absolut in Ordnung.

Welches Futter eignet sich für Vögel am besten?

Vogelfutter gibt es ja mittlerweile in fast jedem Supermarkt zu kaufen. Wichtig ist, dass die unterschiedlichen Fresstypen versorgt werden. Wir können unsere heimischen Vögel hier in Weichfresser und Körnerfresser unterscheiden. Weichfresser haben einen schmalen Schnabel und fressen Insekten. Rotkehlchen und Amsel sind typische Vertreter der Weichfresser. Wenn es im Winter keine Insekten gibt können die Vögel, die nicht in den Süden wandern, ihre Ernährung umstellen und fressen dann Beeren oder getrocknete Früchte. Auch ungeschwefelte Rosinen und Obst wie halbe Äpfel helfen diesen Vögeln im Winter an wichtige Stoffe zu kommen und werden sehr gerne angenommen.

Vogelfuttersäule mit Blaumeise
Eine Blaumeise im Anflug auf eine Vogelfuttersäule

Körnerfresser haben im Gegensatz zu den Weichfressern einen eher breiten und kurzen Schnabel. Mit diesem Werkzeug können sie Samen sehr gut knacken und schälen. Sie verschmähen im Sommer ebenfalls Insekten nicht. In der kalten Jahreszeit können die Körnerfresser auch mit Nüssen gut versorgt werden.

Mein bevorzugtes Vogelfutter ist von Pauls Mühle (gibt es z.B. hier bei Amazon). Die Inhaltsstoffe sind sowohl für Körnerfresser als auch für Weichfresser geeignet und speziell abgestimmt. Es gibt Sonnenblumenkerne, Hanf, Haferflocken, Rosinen Maisgrütze oder gehackte Nüsse. Der Vorteil ist, dass die Sonnenblumenkerne beispielsweise geschält sind, so dass unter dem Futterplatz kein Dreck entsteht. Das absolute Highlight für die Vögel an diesem Futter sind jedoch die getrockneten Mehlwürmer, die für die extra Portion Protein zuständig sind.

Ich kann aus Erfahrung sagen, dass dieses Futter sehr gut zum Vogel füttern geeignet ist und sehr gut angenommen wird. Das Futter kann nicht nur im Winter, sondern das ganze Jahr verwendet werden.

Warum muss ich eigentlich Vögel füttern?

Vögel füttern
Hier erfreut sich eine Blaumeise an einem Meisenknödel

Warum brauchen Vögel zusätzliches Futter? Diese Frage stellen sich sicher viele. Schließlich sollte es ja genug geben und ohne Menschen wäre auch niemand da, der Vögel im Winter füttern könnte. Das Problem ist aber: Ohne Menschen gäbe es auch viel mehr Nahrungsangebote. Nachdem schon die BILD darüber berichtet hat sollte es mittlerweile wirklich jedem klar werden: Die Insektenbestände, und damit die Nahrungsgrundlage für viele Tiere auf unserem Planeten, gehen rapide zurück. Es gibt kein Bienensterben, es gibt ein Insektensterben. Alleine in Deutschland ist die Gesamtmasse der Fluginsekten in nur 27 Jahren um 75% zurück gegangen. Das heißt: Wo früher 100 Insekten wie Schmetterlinge, Wildbienen oder Falter geflogen sind, sind es heute nur noch 25. Die anderen 75 sind verschwunden. Und großen Anteil daran hat der Mensch.

Dies bedeutet für die Vögel: Ihr Kühlschrank ist nicht mehr voll, sondern zu Dreivierteln leer. Es gibt schlicht kein Futter mehr für unsere Vögel. Deshalb ist es extrem wichtig, dass wir Vögel zusätzlich füttern.

Wann und wie lange soll ich Vögeln Futter bereitstellen?

Die Frage nach dem „wann“ und „wie lange“ stellen sich die meisten und sie ist sehr schnell beantwortet: das ganze Jahr. Warum? Im Frühling und Sommer sollten Vögel doch selbst genug Futter finden, oder? Eigentlich ja, aber wie oben beschrieben wird das Futterangebot nunmal immer knapper und die Aufzucht der Brut kostet viel Kraft und Energie. Viele Vögel brüten sogar mehrmals in einem Jahr und sind dann umso mehr darauf angewiesen zusätzliches Futter zu erhalten. Nur so kann der Nachwuchs überleben.

Im Herbst dann geht es natürlich darum sich für den Winter vorzubereiten. Die verbrauchten Vorräte müssen aufgefüllt werden und auch junge Vögel, die vielleicht nicht ausreichend Futter bekommen haben, können zusätzliche Unterstützung gut gebrauchen, um gut auf den Winter vorbereitet zu sein. Im Winter dann ist der Überlebenskampf am größten. Insekten gibt es gar keine mehr und wenn der Schnee den Boden bedeckt haben Vögel ein echtes Problem. Hier ist es für unsere gefiederten Freunde fast überlebenswichtig, dass sie zusätzlich von uns Menschen gefüttert werden.

Welche Vögel kommen zur Futterstelle?

Natürlich ist das vom Standort abhängig. Deshalb kann ich nur die Vögel von unserem Futterstandort, einem Balkon mitten in der Münchner Stadt, auflisten. Die Hauptbesucher sind Meisen. Kohlmeisen sind begeisterte Besucher aber auch Blaumeisen sind permanent auf der Suche nach Nachschub. Amseln fliegen nicht an unsere Vogelfuttersäule, sammeln aber unten am Boden bzw. in unserem Falle in den Blumenkästen, die heruntergefallenen Samen auf.

Neben den zu erwartenden Vögeln gibt es aber auch immerwieder mal eher überraschende Gäste. Ein Kleiber besucht uns regelmäßig aber auch ein Buntspecht hat sich schon an unserem Meisenknödel gehämmert. Zaunkönig und Rotkehlchen sieht man öfter und auch ein Stieglitz kommt immer mal wieder vorbei. Man kann also sagen, dass wir durchaus ein buntes Angebot an Vögeln haben. Grundsätzlich ist es wirdklich erstaunlich, wie viel Leben man in seine Nähe bekommt, wenn man Vögeln Futter bereitstellt. In jedem Baum oder Strauch sitzt ein Piepmatz und knabbert oder macht sich bereit für ein Festmahl. Ein zusätzliches Vogelbad erweitert zusätzlich das Wohlfühlprogramm.

Wer gerne wissen möchte, wie man Vögel am besteh unterscheiden kann, sollte sich dieses Video vom NABU ansehen:

https://www.youtube.com/watch?v=IiHhuCXmpT8[/vc_column_text]

Wintervögel erkennen

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