Das Hummelhaus: Ein Zuhause für die dicken Brummer

8. März 2018 | Ausprobiert, Nachhaltigkeit, Tiere & Natur | 2 Kommentare

[vc_row][vc_column][vc_column_text]Nachdem ich im letzten Jahr bereits ein Bienenhotel gebaut habe und für die Wildbienen ein passendes Blumenbuffet auf meinem Balkon aufgebaut habe lag es natürlich auf der Hand, dass auch Hummeln nicht auf der Strecke bleiben dürfen. Deshalb habe ich über den Winter gegrübelt, recherchiert, Pläne gemacht und Pläne verworfen. Eine Hummlburg kaufen? Scheint keine gute Idee zu sein, weil es ähnlich wie beim Insektenhotel eher schädlich ist als dass es den Hummeln hilft. Ein Hummelhotel bauen? Aber wenn ich da einen Fehler in der Luftzirkulation mache wird das böse enden und dieser Eingang sieht auch sehr kompliziert aus. Ein Hummelhaus kaufen? Ein Hummelhaus kaufen!

Was ist denn ein Hummelhaus?

Hummelhaus

Im Gegensatz zu einer Hummelburg, wie man sie öfter mal im Baumarkt sieht, ist ein Hummelhaus eine gute und sinnvolle Möglichkeit Hummeln ein Zuhause zu bieten. Hummelburgen aus Keramik sine (in den meisten Fällen) zu klein und bieten dem Volk nicht genug Platz. Außerdem ist eine gute Belüftung nicht gegeben so dass es sowohl zu Schimmelbildung als auch zu Überhitzung im Sommer kommen kann was beides das Todesurteil für ein Hummelvolk bedeutet.

Das Hummelhaus hingegen ist so konzipiert, dass es alle Ansprüche, die die moderne Hummel von heute hat, erfüllt. Es besteht aus drei Teilen, die zusammen das gesamte „Gebäude“ bilden. Im unteren Teil ist das eigentliche Nest untergebracht. Hier ist der Eingangsbereich mit der Wachsmottenklappe und einem Schlauch der zum Nestinneren führt.

Der Mittlere Teil ist für die Belüftung zuständig. Hier liegt innen waagrecht ein Gitter verbaut und an den Außenwänden sind ebenfalls zwei regengeschützte Lüftungsgitter angebracht. Dies sorgt für eine gute Luftzirkulation. Damit die Hummeln in den noch kalten Tagen in ihrem Hummelhaus nicht frieren müssen wird in dieser Zeit zum Schutz ein Vlies auf das innenliegende Gitter gelegt. Sobald die Temperaturen steigen wird dieses entfernt und die Gefahr einer Überhitzung sinkt auf Null.

Auch sorgt das Gitter dafür, dass das Hummelvolk nicht versehentlich im Hummelhaus herumwandert, sondern dort bleibt wo es hin gehört: im unteren Teil der Box.

Hummelhaus Belüftung

Links: Das Gitter sorgt für eine gute Belüftung und hält die Hummeln im Nestbereich. Rechts: So lange es kalt ist schützt ein Vlies das Nest vor Unterkühlung

Schließlich und letztlich ist der dritte und oberste Teil noch der Deckel, der dafür sorgt, dass keine ungewollten Gäste oder Regen in das Hummelhaus eindringen können. Alles in allem ist dieses Konzept sehr gut durchdacht und jede Detail macht absolut Sinn.

Wie genau ist das Hummelnest aufgebaut?

Der untere Teil im Hummelhaus ist sicherlich der interessanteste. Sobald eine Hummelkönigin den Eingang findet und in das Hummelhaus geht ist dies wie eine Art Besichtigung. Gefällt es ihr dann bleibt sie und gründet ihr Volk. Ist das Gefundene ungeeignet für ein Nest verschwindet sie wieder. Und das wollen wir natürlich nicht. Deshalb wird ein besonderes Augenmerk auf den perfekten Aufbau des Nestes gelegt.

Die Basis legt ein Karton, der im Hummelhaus verbaut ist. Dieser schützt die Außenwände und das Hummelvolk gleichermaßen. In diesen wird Kleintierstreu gegeben. Dieses nimmt Ausscheidungen der Hummeln auf und sorgt dafür, dass es immer schön Hygienisch im Nest bleibt. Auf das Kleintierstreu legt man nun eine Zeitung, also eine Art Trennschicht, damit das Kleitierstreu mit den Ausscheidungen nicht direkt mit dem Nest in Kontakt kommt. Nun kommt das eigentliche Nest und dieses wird mit Polsterwolle (oder in unserem Fall Kapok) geformt. In dieses Material können die Hummeln ihr Nest bauen, die Brut aufziehen und Honigtöpfe anlegen. Anschließend wird das Nest rundum geformt, so dass der Hohlraum „überdacht“ wird und sich die Hummeln richtig wohl fühlen können

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Wachsmottenschutz: Ihr müsst leider draußen bleiben

Der Eingangsbereich im Hummelhaus ist besonders knifflig. Wie auch die Bienen mit der Varoamilbe haben die Hummeln einen Erzfeind. Die Wachsmotte. Diese kommt ins Nest und die Larven spinnen feine Fäden. Wird dies nicht verhindert entwickeln sich die Larven sehr schnell und zerstören das Hummelnest und die gesamte Brut gleich mit. Und auch das Hummelhaus wird nicht verschont, sondern ebenfalls von den Wachsmotten zerstört. Hört sich alles nicht nett an und deshalb sorgt die Wachsmottenklappe dafür, dass die Wachsmotten nicht frei ins Nest gelangen können. Und das funktioniert so:

In der Nestgründungsphase, also wenn die Hummelköniginnen nach einer geeigneten Location suchen, wird die Klappe nicht benötigt. Man kann diese entfernen oder nach oben klappen. Sobald die ersten Arbeiterinnen ihre Arbeit aufnehmen kommt dann die eigentliche Anwendung. Die Klappe wird geschlossen, aber nicht ganz: Mit einem Streichholz wird sie ein Stück offen gehalten. Die Hummeln lernen dann, dass sie die Klappe öffnen müssen, um ins Nest zu gelangen. Nach einigen Tagen ist die Technik dann so weit erlernt, dass auch das Streichholz entfernt werden kann und die Hummeln die Klappe selbstständig öffnen können.

wachsmottenklappe

Der Wachsmottenschutz hält ungebetene Gäste fern und schützt das Hummelhaus

Wo stelle ich das Hummelhaus auf?

Hummelhaus

Sonnen- und regengeschützt: So sieht der optimale Standort für ein Hummelhaus aus

Der Standort ist ein wichtiger Faktor für den Erfolg der Hummelkolonie. Morgens etwas Sonne ist okay, aber viel mehr sollte es nicht sein. Besser das Hummelhaus steht an einem Sonnen und Regengeschützten Ort. Auf keinen Fall sollte Regen durch die Lüftungsgitter eindringen können, da dies zu Schimmelbildung führen kann was das Ende des Hummelvolkes bedeutet.Ich habe noch eine Plexiglasplatte auf mein Hummelhaus gelegt und das gesamte Gebilde mit einem Stein gegen den Wind gesichert.

Optimalerweise wird das Hummelhaus eingegraben und so im Boden verankert. Das hat den Vorteil, dass der Eingangsbereich auf Bodenniveau liegt und da Hummelköniginnen ja nach Erdlöchern wie z.B. von Mäusen suchen, simuliert dies eher einen natürlichen Unterschlupf. Leider habe ich diese Möglichkeit aktuell nicht. Mein Standort, mitten in der Stadt in einem nicht gerade einladenden Innenhof ist alles andere als optimal. Ich habe noch einige Platten angelegt und diese mit Moos bedeckt, um Bodennähe zu simulieren. Aber grundsätzlich wäre es für mich fast schon eine Überaschung, wenn eine Hummelkönigin ihren Weg in mein Hummelhaus findet. Aber hey: Wenn sie Lust hat, dann ist alles vorbereitet!

Wenn du jetzt auch Lust auf ein Hummelhaus hast, dann schau doch mal hier vorbei: das-hummelhaus.de[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row]

2 Kommentare

    • Sehr guter Hinweis Stefan! Ich verwende Kapok

      Antworten

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